Wenn das Smartphone interessanter ist als die Menschen im Raum

Anstatt den Augenblick zu genießen und sich auf die Menschen zu konzentrieren, die anwesend sind, starren die Leute heute bloß noch auf ihre Telefone und nehmen ihre Umgebung kaum noch wahr. So in etwa lautet eine Kritik an Smartphones bzw. deren Benutzern, die allenthalben zu lesen und zu hören ist.

Aufmerksamkeit gibt es nicht umsonst

Dabei wird jedoch ein wesentlicher Aspekt übersehen: Was als negative Begleiterscheinung beschrieben wird, ist häufig gerade der Zweck. Mithilfe ihrer Smartphones können Menschen zumindest mental aus einer Situation fliehen, die sie körperlich – aus welchen Gründen auch immer – nicht verlassen können.

Auf die aktuelle Situation möchten sie sich gar nicht einlassen. Sie wollen sich mit den anwesenden Menschen gar nicht so viel beschäftigen. Das mag in einigen Situationen gegen gesellschaftliche Konventionen verstoßen, deren Bedeutung sich ohnehin infragestellen lässt.

Doch der Punkt ist: Möglicherweise müssen sich alle Anwesenden mehr Mühe geben, damit es sich tatsächlich lohnt, gedanklich in der aktuellen Situation zu sein. Außerdem kann man prüfen, ob es sich überhaupt lohnt, seine Zeit mit diesen Menschen an diesem Ort zu verbringen. Kurz gesagt: Wenn das Smartphone interessanter ist, hat das Gründe.

Sich das einzugestehen bzw. diese Gründe herauszufinden könnte Enttäuschungen mit sich bringen. Und gerade deshalb lohnt es sich, denn wenn wir die Situation klar erkennen, haben wir die besten Voraussetzungen dafür, etwas zum Positiven zu verändern. Andere für ihr Smartphone-Nutzungsverhalten zu kritisieren, ist bestenfalls Symptombehandlung, ohne sich mit den Ursachen zu beschäftigen. Doch auf die Ursachen kommt es an.

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Oliver Springer

Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. 2002 gründete ich mit einem meiner Radiokollegen die Urban Music Website rap2soul.de und 2018 brachten wir den Radiosender PELI ONE in Air.

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