Verzichten ist gar nicht so schlimm

Zeitmanagement brauchen nur Menschen, die mehr Aufgaben erledigen möchten als gut für sie ist. Das stimmt natürlich nicht! Mit diesem provokanten Ausspruch möchte ich Dich zum kritischen Mitdenken bewegen.

Völlig in die falsche Richtung geht der Spruch dennoch nicht: Mit Zeitmanagement beschäftigt sich kaum ein Mensch, der nicht ein Problem damit hat. (Was sagt das über mich als Betreiber dieses Blogs?) Im Ernst! Wer seine Aufgaben locker erledigt und stets Zeitreserven hat, selten unter Zeitdruck steht, wird kein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Zeitmanagements entwickeln.

Viele von uns sind heute in der Situation, mit ihrer Zeit nicht zu reichen. Die äußeren Anforderungen aus Gesellschaft und Wirtschaftleben spielen dabei eine Rolle. In der Großfamilie konnten Aufgaben breiter als in einem Singlehaushalt verteilt werden, um nur ein Beispiel zu nennen.

Das Augenmerk richten möchte ich hier auf unsere oft schlecht entwickelte Fähigkeit, auszuwählen, welche Aufgaben, Freizeitangebote oder anderen freiwilligen Tätigkeiten wir annehmen bzw. von uns aus angehen und worauf wir verzichten.

Auswahl bedeutet Verzicht und wer mag schon gerne auf etwas verzichten, jedenfalls auf etwas, wovon er sich Freude, Genuss, wirtschaftliche oder andere Vorteile erwartet? Verzichten ist nicht sexy.

Keine klaren Entscheidungen für und gegen Aufgaben, Aktivitäten, Angebote usw. zu treffen, führt zu Zeitnot, Stress, Überforderung und einem unnötig komplizierten Leben. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, herauszufinden, was einem im Leben wichtig ist und sich Ziele zu setzen, denn so haben wir eine Messlatte für unsere Entscheidungen.

Wenn wir wissen, was wir wollen und unsere Bedürfnisse kennen, können wir uns leichter für eine kleinere, einfachere Lösung entscheiden und brauchen nicht die Maximallösung anzustreben. So können wir erkennen, wann wir genug haben. Gier macht nicht glücklich.

Der Verzicht hat auch eine attraktive Seite: Einen Teil der „gesparten“ Zeit und Energie können wir dort einsetzen, wo wir am meisten davon haben. Das kann, muss aber nicht im Bereich von Freizeit oder Familie sein.

Vielleicht bedeutet es auch, ein Hobby aufzugeben, um sich besser auf die Karriere konzentrieren zu können – wenn es das ist, was einem am Herzen liegt. Wer in seinem Job Erfüllung findet, sollte daraus die Konsequenzen ziehen, um die Arbeit tatsächlich genießen zu können.

Verzichten ist gar nicht so schlimm, wenn es freiwillig ist und bedeutet, sich auf das Leben konzentrieren zu können, für das wir uns entschieden haben.

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Oliver Springer

Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. 2002 gründete ich mit einem meiner Radiokollegen die Urban Music Website rap2soul.de und 2018 brachten wir den Radiosender PELI ONE in Air.

Kommentare

Eine Antwort

  1. Dein/Dieser Beitrag ist, seit dem ich mal einen ähnlichen Artikel in irgend einem Magazin gelesen habe, mittlerweile mein persönlicher Weg zum Glück. Geniese das was Du hast und das was Du willst, aber immer mit viel Spass an der Sache.

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