Tagesbilanz

Den Erfolg Deines Tagesplans zeigt Dir Deine Tagesbilanz. Eine solche Tagesbilanz aufzustellen, ist noch viel unbeliebter, als den Tag mit einem Tagesplan vorzubereiten. Ein Grund dafür ist bestimmt, dass die Planung kreativ, dynamisch, nach vorne gerichtet ist, während das Erstellen einer Tagesbilanz rückwärts gewandt erscheint.

Wer geht schon gerne einen Weg zurück, den er gerade erst mühsam gemeistert hat? Dann doch lieber einen Umweg laufen, als dieselbe Strecke noch einmal in der verkehrten Richtung. Verständlich. Kontrolle hat den Charme von Verwalten.

Ohne die Kontrolle und Überprüfung unserer Anstrengungen haben wir keinen ausreichenden Kenntnisstand darüber, ob wir unsere Tagesaufgaben erfüllt, unsere Ziele erreicht mithin unseren Tagesplan erfüllt haben.

Termine abzuhaken, Aufgaben als erledigt zu kennzeichnen und To Do-Listen auf vollständige Bearbeitung durchzusehen, bringt ein Mindestmaß an Überblick mit minimalem Aufwand.

Es empfiehlt sich jedoch, es nicht mit dem Streichen und Abhaken bewenden zu lassen, sondern am Ende des (Arbeits-) Tages zusätzlich eine qualitative Bewertung vorzunehmen. Welche Aufgaben habe ich gut erledigt, welche weniger gut? Was ist mit schwer gefallen und warum? Was könnte ich beim nächsten Mal, wenn ich vor einer ähnlichen Aufgabe stehe, besser und einfacher machen? Wann und wodurch habe ich mich ablenken lassen? Was habe ich heute gelernt? Was hat mir Spaß gemacht? Wann habe ich mich schlecht gefühlt?

Die Zahl der möglichen Fragen ist damit nur angedeutet worden. Leicht begeht man hier den Fehler, nicht einfach eine Tagesbilanz aufzustellen, was nach 10 bis 15 Minuten beendet sein sollte, sondern sich mehr Zeit zu nehmen, als sinnvoll ist. In Ausnahmefällen ist es natürlich gerechtfertigt bzw. lohnend, sich sehr ausführlich mit den Ereignissen des Tages zu beschäftigen. An normalen Tagen sollte die Tagesbilanz kurz und knapp ausfallen. Achtung: Nicht die vollständige Dokumentation ist gefragt, sondern der Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse des Tages. Kleinigkeiten können unreflektiert bleiben. Mach es Dir leicht, aber mach es!

Die Zeit für Deine Tagesbilanz ist gut investiert, denn Du sparst sie sogar mehrfach wieder ein, indem Du Fehler nicht wiederholst, bessere Lösungen erkennst und manche Aufgaben in Zukunft besser delegierst oder sogar streichst.

Angenehmer Nebeneffekt, der die Mühe für das Aufstellen einer Tagesbilanz aufwiegt, ist ein intensiveres Auskosten Deiner Erfolge. Mit dem guten Gefühl, heute etwas geschafft zu haben, in den Feierabend zu gehen, hilft Dir, Dich in Deiner freien Zeit besser zu erholen und Dich rundum besser zu fühlen.

In jedem Fall zeigt Dir Deine Tagesbilanz, wo Du stehst und was Du aus Deinem heutigen Tagesplan in den Plan für morgen oder einen anderen Tag zu übertragen hast.

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Oliver Springer

Oliver Springer

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. 2002 gründete ich mit einem meiner Radiokollegen die Urban Music Website rap2soul.de und 2018 brachten wir den Radiosender PELI ONE in Air.

Kommentare

Eine Antwort

  1. Der Begriff „Tagesbilanz“ hört sich negativ an, weil es an Buchhaltung erinnert. Aber eigentlich hat eine Tagesbilanz doch nicht nur mit Kontrolle zu tun, sondern auch mit innerer Befriedigung. Es ist doch richtig befreiend eine schwere Aufgabe oder einen unliebsamen Termin abzuhaken. Noch besser ist es eine gute Note oder ein sonstiges positives Ergebnis einzutragen, wie früher ins Hausaufgabenheft. Außerdem ist Selbstkontrolle doch angenehmer als Fremdkontrolle.

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